Campen in den Bergen

Ein absolut unvergessliches Erlebnis ist es in den Bergen morgens aus dem Zelt zu steigen und die Sonne hinter Schnee bedeckten Gipfeln aufgehen zu sehen. Aber ganz so einfach ist der Traum nicht umzusetzen, dann man darf nicht auf jeden Berg einfach mal so sei Zelt aufschlagen.

Eines der Probleme für Camper ist, dass sie Rechtslage von Land zu Land, von Bundesland zu Bundesland und manchmal auch von Stadt zu Stadt unterschiedlich ist. Freies Campen ist im deutschsprachigen Raum heute nicht mehr gestattet, schon gar nicht in Wäldern. Allerdings kann man das umgehen, in dem man den Grundstücksbesitzer fragt. Oftmals sind Almen in Privatbesitz oder verpachtet und auch ein kleiner Teich mag einen Besitzer haben. Der sollte seine Genehmigung aber auf jeden Fall schriftlich geben.

Ausnahme nur bei extremen Notfällen

Je höher man kommt umso schwieriger wird es sei Zelt aufzuschlagen. Grund ist vor allem der Naturschutz: Oberhalb der Baumgrenze ist die Fauna und Flora sehr stark bedroht und man will jede Störung vermeiden. Eine Ausnahme ist aber das Biwakieren. Darunter wird verstanden, dass man im Notfall ein Biwak aufschlagen und auch übernachten darf, wenn die Umstände es erfordern. Solche Notfälle können sein:

  • Verletzung eines Wanderers
  • Wetterumschlag
  • Lawine
  • Steinschlag

Bei einem Notfall müssen sofort die Behörden und Rettungsdienste informiert werden. Man muss außerdem versuchen, so schnell wie möglich wieder ins Tal zu kommen.

In der Schweiz gibt es übrigens noch das Jedermannsrecht, das ein Campen oberhalb der Baumgrenze für ein oder zwei Nächte erlaubt. Man sollte aber genau schauen, ob es ein Schutzgebiet ist oder ein Naturpark – dann kann eine Nacht sehr teuer werden.

Eine kleine Gesetzeslücke in Deutschland ist übrigens das Übernachten im Wald, zum Beispiel auf einen Moosbett. Hier liegt es im Ermessen des Pächters, ob eingeschritten werden muss oder nicht. Am besten ganz leise sein, keine Pflanzen beschädigen, keine Tiere verscheuchen und beim Verlassen alles sauber machen.